Novi Sad – Ziel politischer Vergeltung
- GP Solidarnost

- vor 21 Stunden
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Indem die власти in Novi Sad und in der Vojvodina den Wünschen von Aleksandar Vučić nachkommen, haben sie eine Strafaktion gegen Bildungs- und Kultureinrichtungen gestartet. Die Absicht ist klar: Novi Sad und die Vojvodina sollen auf eine kulturelle Kolonie der SNS reduziert werden.
Das jüngste Beispiel, die Entziehung von Räumlichkeiten der Akademie der Künste, ist keine administrative Entscheidung, sondern politische Rache. Wenn man einer künstlerischen Hochschule die für Lehre, Ausstellungen und Akkreditierungsanforderungen notwendigen Räume entzieht, gefährdet man bewusst ihr Überleben. Es gibt allen Grund zu vermuten, dass die eigentliche Absicht ihre Schließung ist.
Der Fall des Jovina-Gymnasiums zeigt dieselbe Logik. Schüler und Lehrkräfte werden seit Monaten unter dem falschen Vorwand der Sicherheit von ihrer Schule ferngehalten.
Dasselbe Vergeltungsmuster sehen wir auch gegenüber dem Sterijino Pozorje, dem EXIT-Festival und dem Shakespeare-Festival. Die drastisch gekürzten Budgets der Provinz und der Stadt werden nicht in Projekte investiert, die den Höhepunkt der kulturellen Besonderheit der Vojvodina darstellen, sondern in Projekte mit dem Stempel politischer Loyalität zur SNS. Es handelt sich um eine bewusste Politik der Unterdrückung all dessen, was in Novi Sad und der Vojvodina Ansehen, Publikum und den Geist des europäischen Kulturraums besitzt.
Novi Sad, eine Stadt, die den höchsten Preis für die Korruption des Regimes bezahlt hat, eine Stadt des Widerstands, ist nun Ziel politischer Vergeltung. Dem Regime reichte physische Gewalt nicht aus. Nun will es der Stadt ihre eigene Kultur, hochwertige Bildung und eine freie Universität nehmen – alles, was Widerstand geleistet hat, soll erstickt und in eine koloniale politische Außenstelle verwandelt werden.
Solidarität verlangt den sofortigen Widerruf der Entscheidung zur Entziehung der Räume der Akademie der Künste, ein Ende des politischen Drucks auf das Jovina-Gymnasium sowie eine vollständige Überprüfung der Kulturfinanzierungspolitik auf Provinz- und Stadtebene.
Wer heute die Akademie zerstört, Jovina demütigt, das Sterijino Pozorje gefährdet und EXIT verdrängt, greift nicht nur Kultur und Bildung an. Ist das eigentliche Ziel die verbleibende Autonomie der Vojvodina? Oder alles, was Serbien auf der kulturellen Landkarte Europas und der Welt gehalten hat – BITEF, FEST, der Oktober-Salon… Was wir sehen, ist Vučićs vorsätzliche Rache an allen frei denkenden Menschen, mit der Absicht, den Staat in ein Jahrmarktsspektakel zu verwandeln.



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